| Kann vom Naturbad (Kleinbadeteich) eine Gesundheitsgefährdung
ausgehen?
Ja, eine Ausbruchsuntersuchung von Meningitis
durch ECHO-Virus 30 belegt dies (Robert Koch-Institut Epidemiologisches
Bulletin Nr. 20, 17. Mai 2002).
Ausbrüche durch ECHO-Viren sind besonders häufig im Sommer
und Herbst.
Der Mensch gilt als einzig bekanntes Reservoir. ECHO-Viren sind
in der Umwelt relativ stabil und finden sich z.B. in Oberflächengewässern
und im Zufluss von Kläranlagen.
Als Hauptübertragungsweg wird fäkal-oral genannt, aber
auch Übertragungen über Sekrete des Nasen-Rachen-Raumes
sind möglich.
In dem beschriebenen Ausbruch lieferten die routinemäßigen
mikrobiologischen Untersuchungsergebnisse des Badewassers keine
Hinweise auf eine bestehende Infektionsgefahr durch Baden im Kleinbadeteich.
Diese konnte nur aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen den
meldenden Ärzten, dem Gesundheitsamt und den beteiligten Landes-
Bundeseinrichtungen erarbeitet werden.
Nach Auffassung der Untersucher dieses Ausbruchs besteht dringender
Bedarf, die vorwiegend ökonomisch motivierte, aber oft ökologisch
begründete bundesweite Tendenz zur Errichtung von Kleinbadeteichen
zu hinterfragen, da von diesen eine ernsthafte Gefahr für die
öffentliche Gesundheit ausgehen kann.
Bakterielle Fäkalindikatoren versagen bei einer Kontamination
des Badewassers mit Krankheitserregern direkt durch einen Badenden.
Hier übersteigt das Verhältnis Krankheitserreger zu Fäkalindikatoren
bei weitem dasjenige in kommunalen Abwässern. |