|
Politischer Druck für Atomausstieg steigt. Anti-Atom-Bewegung
setzte kraftvolle Zeichen gegen Laufzeitverlängerungen
Berlin: Die große Zahl der Anti-Atom-Demonstranten, die am
Samstag in vier Bundesländern für den Atomausstieg auf
die Straße gingen, ist für den Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND) ein riesiger Erfolg. „Die Menschenkette
von Krümmel nach Brunsbüttel und die Proteste in Biblis
und Ahaus haben deutlich gezeigt: Es gibt keine Renaissance der
Atomkraft, es gibt eine Renaissance der Anti-Atom-Bewegung“,
sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.
Eine 120 Kilometer lange „Aktions- und Menschenkette“
vom Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein quer durch
Hamburg bis zum AKW Brunsbüttel brachte am Samstag mehr als
120.000 Teilnehmer auf die Straßen und die Elbdeiche. In Hessen
beteiligten sich vor dem AKW Biblis bei einer Kundgebung gegen den
Pro-Atom-Kurs der Bundesregierung etwa 20.000 und in Nordrhein-Westfalen
vor dem Atomzwischenlager Ahaus weitere rund 6.000 Atomgegner. Besonders
beeindruckend sei gewesen, dass Menschen aus allen Regionen Deutschlands
und aus allen Generationen bei den Aktionen mitgemacht hätten,
sagte Weiger.
„Hundertvierzigtausend Demonstranten haben in der Auseinandersetzung
um die Zukunft der Energieversorgung klar zum Ausdruck gebracht:
Eine hoch industrialisierte Wirtschaftsnation wie die unsrige kann
und muss auf den gefährlichen Irrweg der Atomkraft verzichten“,
sagte Weiger. Dies werde auch in Ländern wahrgenommen, wo es
noch keinen Ausstieg aus der Atomtechnologie gebe. Er forderte die
Bundesregierung auf, nicht länger die kurzsichtigen Interessen
von Energiekonzernen zur Grundlage ihrer Politik zu machen. „Es
stehen nicht Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke
auf der Tagesordnung sondern Laufzeitverkürzungen“, sagte
Weiger.
Um die nationalen und internationalen Klimaziele zu erreichen,
müsse Deutschland etwa Mitte dieses Jahrhunderts seinen Energiebedarf
nahezu vollständig aus erneuerbaren Quellen decken. Weil sie
Investitionen in erneuerbare Energien blockierten, stünden
Atomkraftwerke ebenso wie neue Kohlekraftwerke diesen Zielen im
Wege. Die Bundesregierung müsse endlich ihre Verantwortung
wahrnehmen, die Risiken des Klimawandels und die Gefahren der Atomenergienutzung
von der Bevölkerung abwenden und den Atomausstieg beschleunigen.
Pressekontakt: Thorben Becker, BUND-Energieexperte, Tel. 030-27586-421,
Mobil: 0173-6071603 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher,
Tel. 030-27586464, Mobil: 0171-8311051; E-Mail: presse@bund.net,
www.bund.net
|