| [sfv-rundmail] 7.7.2010
1. Vermittlungsausschuss zur Kürzung der Solarstromvergütung
2. Photovoltaik vor dem Absturz
3. Rot-Grüner Koalitionsvertrag für NRW steht.
Vermittlungsausschuss zur Kürzung der Solarstromvergütung
Nach wochenlangem Ringen und langanhaltendem Protest der Solarbranche hat sich
der Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat am Montagabend
auf unbedeutende Änderungen der künftigen Vergütung
für Solarstrom geeinigt. In der Zeit vom 1.7. bis 30.9.2010
soll die Branche noch ein bisschen geschont werden. Der Vermittlungsausschuss
schlägt vor, die Vergütungssätze für Solaranlagen
nicht gleich in einem Schritt zum 1.7., sondern in zwei Schritten
zu reduzieren: Ein großer Schritt rückwirkend zum 1.7.
und dann noch einmal eine weitere Absenkung um 3 Prozentpunkte zum
1.10. In der Summe ändert sich jedoch die Absenkung nur völlig
unwesentlich. Für Hausdachanlagen soll sie statt bisher 16
Prozent "nur noch" 15,61 Prozent betragen.
An den nächsten zwei Degressionsschritten zum 1.1.2011 und
1.1.2012 (wahlweise 6 oder gar 7, 8, 9, 10, 11, 12 oder 13 Prozent
je nach Zubau) ändert sich gar nichts. Das Prinzip ist einfach,
je mehr Anlagen im Vorjahr errichtet wurden, desto geringer wird
die Vergütung sein. Die meisten mittelständischen Unternehmen
werden diese andauernden Vergütungsdegressionen kaum schadlos
überstehen. An Klimaschutz denkt Schwarz/Gelb offensichtlich
nicht mehr.
Ob dieser Beschluss des Vermittlungsausschusses auch vom Bundestag
getragen wird, könnte bereits an diesem Donnerstag bekannt
werden. Am Freitag soll nochmals der Bundesrat zusammenkommen, um
über das Ergebnis der Entscheidung des Bundestages zu beraten.
Die vollständige Beschlussempfehlung des Vermittlungsausschusses
finden Sie unter
http://www.bundesrat.de/cln_179/nn_8992/SharedDocs/Auschuesse-Termine-To/va/termine-to/17wp/4._20Sitzung.html?__nnn=true
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2. Photovoltaik vor dem Absturz
Der Beitrag "Todeskampf der Photovoltaik" aus der letzten
Rundmail wurde aufgrund einiger fundierter Einwände überarbeitet.
Sie finden die überarbeitete Fassung jetzt unter
http://www.sfv.de/artikel/photovoltaik_in_deutschland_vor_dem_absturz.htm
im Internet.
Herzlichen Dank für die konstruktive Kritik!
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3. Rot-Grüner Koalitionsvertrag für NRW steht.
Energiepolitik nimmt den gewichtigsten Anteil ein. Man erkennt
deutlich die Handschrift der Kohlefraktion der SPD. Die zu schluckenden
Kröten sind hinter schönen Worten kunstvoll verborgen.
Dennoch ist ein großer Fortschritt gegenüber der bisherigen
schwarz/gelben Regierungspolitik deutlich erkennbar.
Der SFV wird zu einigen Punkten ausführlicher Stellung beziehen.
Hier zunächst nur zu zwei Punkten:
** CO2-Reduktionsziele
Sehr problematisch scheint uns folgende Passage:
"Mehr als ein Drittel des in Deutschland entstehenden CO2
werden in NRW emittiert. NRW als Energieland kommt deshalb bei der
Erfüllung der deutschen Klimaschutzziele eine besondere Verantwortung
zu. Zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele (minus 40 Prozent
bis 2020) und (minus 80-95 Prozent bis 2050) muss NRW seinen Beitrag
leisten. Dazu wollen wir die CO2-Emissionen von NRW bis 2020 um
mindestens 25 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Diese Reduktionsanstrengungen
müssen in den folgenden Jahrzehnten konsequent fortgesetzt
werden. Zur Erreichung seiner Klimaschutzziele ist NRW auf eine
engagierte Klimaschutzpolitik des Bundes und eine Fortentwicklung
der vorhandenen Instrumente auf Bundesebene (EEG, KWK-G, MAP, KfW-Programme
usw.) angewiesen."
Während die Bundesregierung bis 2020 um 40 Prozent reduzieren
will (was ihr allerdings niemand mehr glaubt), soll NRW nur um 25
Prozent reduzieren. RWE scheint mit am Verhandlungstisch gesessen
zu haben.
** Ausbau der KWK
Zum Ausbau der KWK finden Sie unsere Stellungnahme bereits unter
http://www.sfv.de/artikel/kwk_verzoegert_die_energiewende.htm
Die Kurzversion des Koalitionsvertrages finden Sie unter
http://www.gruene-nrw.de/fileadmin/user_upload/landesverband/gruene-nrw/aktuelles/2010/ltw/07-06_Kurzversion-Koalitionsvertrag.pdf
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