| Freilassing, den 06. 05. 2007
Reaktion auf Leserbriefe vom Samstag zum „Bürgerbegehrten
Naturbad“
Ich habe mir ein eindeutiges Ergebnis des Bürgerbegehrens
gewünscht und es ist gut, daß ein solches zustande gekommen
ist, ob die Entscheidung das Beste für Freilassing ist wage
ich allerdings sehr zu bezweifeln. Eine weitere Diskussion darüber
ist allerdings zum jetzigen Zeitpunkt überflüssig.
Viel wichtiger ist im Moment für mich, wie dieses Ergebnis
zustande gekommen ist: Der zuerst kommt und gut argumentiert gewinnt
das Vertrauen der Bevölkerung viel leichter, als der, der wie
bei etwas Verbotenen ertappt, in Verteidigungs- Stellung gehen muß.
Hier hat die Stadt Freilassing (wer auch immer verantwortlich
ist) wenig Fehler ausgelassen, die man in so einem Fall machen kann.
Es wurde unmittelbar nach dem Stadtratsbeschluß bis zu den
ersten Aktionen von Frau Blagrave überhaupt nicht informiert.
Selbst als das Bürgerbegehren schon absehbar war, kam so gut
wie nichts aus dieser Ecke. Erst als der Entscheid zugelassen war
und die Möglichkeiten der Stadt stark beschnitten, gab es Informationen
in den Medien.
Von den Fraktionen im Stadtrat hatten es auch einige nicht nötig,
ihre Möglichkeiten für Info- Veranstaltungen zu nutzen.
Sie waren sich anscheinend alle sehr sicher, daß das Quorum
sowieso nicht erreicht wird und haben damit Frau Blagrave und ihren
großteils unsachlichen und zweifelhaften Informationen das
Feld nahezu alleine überlassen.
Diese Versäumnisse, war es nun aus Trägheit, Lethargie
oder Arroganz, wurden vom Bürger scharf abgestraft. Aber was
solls, wir müssen nach vorne schauen. Ich hoffe Stadtrat- und
Verwaltung haben daraus gelernt und gehen die Dinge künftig
anders an. Wir leben in einer modernen Demokratie in der, der Bürger
einbezogen sein will.
Andererseits haben wir alle diesen Stadtrat gewählt, und
er muß die Möglichkeit haben, auch unpopuläre Entscheidungen
zu treffen sonst könnten wir gleich alles per Referendum regeln.
Wenn sein Ohr künftig näher am Bürger ist und seine
Entschlüsse rechtzeitig und transparent genug dargestellt werden,
denke ich, kann auch wieder neues, dringend nötiges Vertrauen
wachsen.
Bernhard Schmähl
Enzianstr. 35
Freilassing
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