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Bürgermeister Josef Flatscher (links) ließ sich die Ideen
für das neue Freibad schon vor der Präsentation genau erklären,
im Bild die Architekten und Ingenieure (von rechts): Eva Amon, Hans
Romstätter und Johann Wach. Foto: Hudelist
FREILASSING (hud) - Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt draußen
wurden am Montagabend im Rathaussaal drinnen hochsommerliche Fragen
diskutiert, zum Beispiel wie warm eigentlich das Wasser eines Freibades
sein muss, ob die Besucher wirklich nur bei absolut schönem Wetter
kommen oder ob entsprechend viel „Action" sie auch bei
trübem Wetter anziehen würde. Die neue Planungsgemeinschaft
stellte sehr ausführlich ihre Ideen vor. Die wichtigsten Eckpunkte:
Das neue Schwimmerbecken soll nur mehr vier Bahnen haben, umso aufwendiger
wird der Nichtschwimmerbereich mit vielen Attraktionen. Für den
kleinen Hunger zwischendurch soll es nur mehr einen zentralen Kiosk
geben. |
Johann Wach stellte die verschiedenen
Möglichkeiten vor, das Wasser zu erwärmen. Dabei ging
er von einer Temperatur von 22 Grad aus, zu wenig, wie sich in der
späteren Diskussion zeigen sollte (wir werden gesondert berichten).
Von insgesamt zwölf untersuchten Alternativen sei dabei die
reine Solarenergie am günstigsten und sinnvollsten, so Wach.
„Das Verbrennen von fossilen Brennstoffen für das Heizen
von Schwimmbecken ist heutzutage einfach tabu", stellte der
Freibad-Ingenieur fest.
Mit dem vom Stadtrat vorgegebenen Budget von vier Millionen Euro
lassen sich allerdings nur die wichtigsten Attraktionen finanzieren,
eine Fragerunde der Heimatzeitung bei den Parteien nach der Präsentation
ließ eindeutig, einen Trend erkennen: „Es darf schon
ein bisschen mehr sein." Michael Hangl von der SPD meinte etwa,
das ihm vier Bahnen im Schwimmerbecken einfach zu wenig sind, „also
sechs müssen es mindestens sein. Auch die 365.000 Euro mehr
für ein noch attraktiveres Nichtschimmerbecken sollten wir
in die Hand nehmen." Er rechnet mit Gesamt-kosten von 4,8 bis
5 Millionen Euro.
Auch Fritz Braun von den Freien Wählern rechnet mit einem
höheren Budget, „schließlich soll das neue Freibad
dann wieder die nächsten 30 Jahre attraktiv sein. Also ich
rechne mit 4,5 Millionen Euro."
Einzig Dieter Moosleitner von der CSU gab sich nach der Sitzung
zugeknöpft. „Man merkt, dass Wahlkampf ist", meinte
er trocken, „da fordert jeder gleich noch mehr ohne zu sagen,
wie wir das finanzieren sollen." Er sei zwar nicht unbedingt
für die Vier-Millionen-Variante, aber wenn man mehr wolle,
dann müsse man eben sagen, wo das Geld an anderer Stelle eingespart
wird.

Nach den Ideen der Planer sollte das neue Nichtschwimmerbecken wegen
des Schattens weiter weg vom Wald sein und zahlreiche Attraktionen
bieten. Mit geplanten 750 Quadratmetern Wasserfläche wäre
es auch deutlich größer als das Schwimmerbecken.
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In der öffentlichen Stadtratssitzung im fast
vollen Rathaussaal erinnerte Bürgermeister Josef Flatscher
daran, dass die Stadt aus Kostengründen eigentlich ein Naturbad
bauen wollte, dies aber von einer Mehrheit im Bürger-entscheid
abgelehnt wurde. Seither sind zehn Monate vergangen, jetzt wurden
die neuen Pläne für eine Sanierung des fast 40 altten
Freibades erstmals öffentlich vorgestellt.
"Wir liefern ihnen heute keinen fertigen Plan, sondern eine
Art Ideenlandschaft", so begann Architekt Hans Romstätter
seine Ausführungen. Schon in den ersten Minuten beim Aufzählen
der bisherigen Anlagen wurde wo die Reise hingehen wird. „Es
wird zum Beispiel keine Durchschreite-Becken mehr geben und keine
Zäune mehr rund um die Becken, die Hygiene besorgt heute die
Technik viel besser." Auch das Trampolin im Eingangsbereich
missfiel dem Planer, „das hat eher Jesolo-Charakter und passt
nicht zu uns." Großes Augenmerk legten die Planer auf
den Kleinkinderbereich, wie stark, sollte sich im Laufe des Abends
noch zeigen.
Mehrmals wies Romstätter darauf hin, dass es im günstigsten
Fall nur 120 Badetage pro Jahr gebe, im letzten Jahr seien es nur
40 Tage gewesen. „Ist das genug für eine Gaststätte
und einen Kiosk?", fragte er die Besucher. Dann gab der Chefplaner
auch gleich das Motto für das neue Schwimmbad aus. „Zwei
Drittel der Besucher sind Nichtschwimmer, wir müssen in Zukunft
also mehr Action bieten, mehr Attraktionen statt Schwimmbahnen."
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Den katastrophalen Zustand der Restaurants im ersten Stock des Haupthauses
und im Kiosk schilderte Gastronomieplaner Gerhard Leicher.
Das Dach sei undicht, in der Küche gebe es feuchte Wände
und überhaupt entsprächen die Einrichtungen nicht mehr
den gesetzlichen Bestimmungen. Seiner Meinung nach reicht ein Kiosk,
der neu gestaltet von allen Seiten gut einsehbar sein soll.
Romstätter machte keinen Hehl daraus, dass ihm der Kleinkinderbereich
besonders am Herzen liegt. „Hier haben wir eine sinnvolle
Wasserfläche von 750 Quadratmetern errechnet, die wir entsprechend
aufpeppen werden." Bilder von Schaukelbecken, Wasserpilzen
und Kletterseilen über der Wasserfläche hätten die
Herzen von Kindern garantiert höher schlagen lassen, wenn sie
bei der Veranstaltung dabei gewesen wären. Zudem soll das neue
Nichtschwimmer-becken nicht wie ein Rechteck aussehen, sondern eher
inselartig. Romstätter könnte sich einen Strömungskanal
vorstellen sowie einen strandartigen, flachen Zugang in das Becken.
Im Vergleich dazu kommt der Vorschlag für das neue Schwimmerbecken
mit gerade einmal vier Bahnen bescheiden daher. 500 Quadratmeter
sind laut den Planern ausreichend, weil eben die meisten Besucher
laut Statistik ohnehin nicht zum Schwimmen kommen. Und: jede weitere
Bahn würde rund 100.000 Euro kosten. Besonders, tief in die
Tasche greifen müsste die Stadt, wenn sie auch eine gewünschte
Sprunganlage bestellen würde. „Für so einen Sprungturm
mit eigenem Becken legen Sie 400.000 Euro auf den Tisch." |
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