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Mit etlichen Attraktionen wird das Nichtschwimmer-Becken
aufgewertet. Fotos: Hudelist
FREILASSING (st) - Das neue Freilassinger Freibad wird attraktiven
Badespaß für die ganze Familie bieten. Der Stadtrat stellte
in einer Marathonsitzung vor zahlreichen Zuhörern am Montagabend
weitere Weichen für die im September beginnende Sanierung. Der
vorgegebene Kostenrahmen von vier Millionen Euro wird deutlich überschritten.
Gut 700.000 Euro mehr sind veranschlagt. Dafür gibt es fünf
statt vier Bahnen im 50-Meter-Becken und einen attraktiven Kleinkinderbereich.
Die Wasserfläche im Nichtschwimmerbereich wird um rund 100 Quadratmeter
vergrößert, eine Breitrutsche wurde beschlossen. Es bleibt
bei einer Grund-temperatur von 22 Grad, die aber von den Solarabsorbern
bei Schönwetterperioden rasch auf bis zu 27 Grad aufgeheizt wird.
Im Übrigen wird auch das jetzige Schwimmerbecken nur auf 22 Grad
erwärmt, wie Werkleiter Johann Standl auf Anfrage von Karlheinz
Knott (FWG) erklärte. Noch keine Entscheidung fiel über
eine eventuelle Zusatzheizung, welche die Solarabsorber unterstützen
könnte. Der für den Technikbereich zuständige Planer
Johann Wach schlug eine Lösung mit Gas vor, die in diesem Fall
am wirtschaftlichsten wäre. |
Klaus Lastovka (CSU) gab ihr Recht,
„das Geld geht schon recht locker über den Tresen".
Das Freibad bleibe nicht nur dem Bürgerentscheid entsprechend
erhalten, sondern werde auch noch luxuriös ausgestattet.
Schließlich fassten die Stadträte eine ganze Reihe
von Einzelbeschlüssen zu Mehrausgaben. Einstimmig sprachen
sie sich für eine Erweiterung des Kleinkinder-bereichs mit
Mehrkosten von 365.000 Euro aus. Es sollen aber noch Einsparungen
geprüft werden. Mehrkosten von 132.000 Euro verursacht eine
Breitrutsche, für die die Stadträte votierten. Dafür
wird auf die wesentlich teurere Langrutsche verzichtet. Auf eine
Sprunganlage, für die mindestens 400.000 Euro hätten veranschlagt
werden müssen, wird ebenfalls verzichtet.
Rund 200.000 Euro mehr hätte eine Erweiterung der Bahnen
von vier auf sechs im Schwimmerbecken gekostet. Das lehnte der Stadtrat
knapp mit 10:11 Stimmen ab. Bürgermeister Josef Flatscher beantragte
daraufhin, ein Becken mit fünf Bahnen zu errichten. Dafür
gab es dann eine 17:5-Mehrheit. Die Zusatzkosten belaufen sich auf
rund 100.000 Euro.
Eine Vergrößerung der Wasserfläche im Nicht-schwimmer-becken
um 100 Quadratmeter hatte der vorberatende Haupt- und Finanzausschuss
abgelehnt. Dem konnte sich der Stadtrat mit 10:12 nicht anschließen.
So beantragte nun wiederum Bürgermeister Flatscher eine Erweiterung
um 100 Quadrat-meter, die dann auch eine 14:8-Mehrheit fand. Das
Budget wird dadurch um weitere gut 100.000 Euro belastet. Stadtkämmerer
Werner Hafner hatte flugs ausgerechnet, wie viel damit insgesamt
zu schultern sein wird. Er kam auf 4.710.000 Euro.
Mit den Baumaßnahmen soll nach der Freibadsaison im September
begonnen werden. Bis dahin dürfte auch klar sein, ob eine Zusatzheizung
für nötig erachtet wird. Die Entscheidung wurde vertagt.
Auf jeden Fall wird das Beckenwasser vorrangig durch Solarabsorber
erwärmt. Bei längeren Schlechtwetterperioden könnte
dies aber nicht ausreichen. um zumindest 22 Grad zu erreichen.
Stadtkämmerer Werner Hafner (links) muss rund 4,7 Millionen
Euro locker machen, damit Hans Romstätter (rechts) seine Planung
umsetzen kann.
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Die Agenda-Arbeitskreise „Wirtschaft, Energie"
und „Bauen, Wohnen, Verkehr, Lärm" sowie der Bürgerarbeitskreis
Freibad Freilassing (BaFF) hatten sich im Vorfeld eingehend mit
den Planungen befasst. Einige Vorschläge flössen nun in
den Entwurf mit ein, den die Freibad-Planer Hans Romstätter
und Johann Wach im Stadtrat erläuterten (wir berichteten mehrfach).
Nicht mehr geben soll es mangels Wirtschaftlichkeit das Restaurant,
ein Kiosk wird als ausreichend betrachtet. Vorgeschlagen wurde ein
Schwimmerbecken mit vier 50-Meter-Bahnen. Das inselartig gestaltete
Nichtschwimmer-becken wird mit etlichen Attraktionen aufgepeppt.
Eindringlich empfahl Hans Romstätter Verbesserungen, zusätzliche
Spielbereiche und eine Vergrößerung der Wasserfläche
im Kleinkinderbereich, auch wenn sich dadurch Mehrkosten von 365.000
Euro ergeben. Er listete noch weitere Wünsche auf, die zusätzlich
Geld kosten würden, etwa eine Sprunganlage, zusätzliche
Bahnen im Schwimmerbereich oder eine Langrutsche.
„Wir haben gehört, dass wir für vier Millionen
Euro ein funktionsfähiges Freibad bekommen", eröffnete
CSU-Fraktionschef Dieter Moosleitner die Diskussion. Angesichts
der guten Finanzlage der Stadt erscheine es aber vertretbar, weitergehenden
Wünschen teilweise zu entsprechen, speziell was den Kinderbereich
anbelangt. Allerdings sei klar, dass damit neben den zusätzlichen
Investitionskosten auch die jährlichen Betriebskosten steigen,
was die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt einschränken
werde.
3. Bürgermeister Heinrich Auerbach (SPD) plädierte für
acht 25-Meter- statt vier 50-Meter-Bahnen. Für die Schwimmer
wäre es besser, wenn sie nicht dauernd „Gegenverkehr"
hätten. Auerbach konnte sich damit aber nicht durchsetzen.
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Die Mehrbelastung des Haushalts schien Fritz Braun
(FWG-Heimatliste) gerechtfertigt, wenn man bedenke, dass dieses
Bad für mindestens 30 Jahre geplant ist. Der Entwurf der Planer
sei sehr schön geworden. Am wichtigsten sei aber eine Erweiterung
des Kleinkinder-bereichs mit warmen Wassertemperaturen.
Zu der Beheizung mit den Solarabsorbern erklärte Planer Johann
Wach, es werde zunächst das Planschbecken mit einer großen
Absorberfläche auf 27 Grad aufgeheizt. Das gehe innerhalb kurzer
Zeit. Dann kämen das Nichtschwimmerbecken und schließlich
das Schwimmer-becken an die Reihe.
Lange drehte sich die Diskussion um die Wassertemperatur. 22 Grad
Grundtemperatur hielten viele der Stadträte für zu wenig.
Johann Wach erläuterte, dass diese sich rasch bei schönem
Wetter erhöhen werde, bei dem die Leute ja vorzugsweise ins
Freibad kommen. Zur Erwärmung des Duschwassers kämen Hochleistungs-sonnenkollektoren
zum Einsatz. Der Einsatz von Hackschnitzeln für eine Zusatzheizung
sei in diesem Fall ungeeignet, meinte er, da hier zum einen die
Temperatur nicht so einfach stufenlos zu regeln ist und zum anderen
ja nur Bedarf für vier Monate bestehe. Man benötige darüber
hinaus zusätzliches Personal, während der Bademeister
bei Gas beispielsweise nur auf- oder zudrehen müsse.
In der Diskussion zeichnete sich rasch ab, dass die meisten Stadträte
gewillt waren, mehr Geld in die Hand zu nehmen, um die Attraktivität
des neuen Freibads zu steigern. Da zeigte sich Elisabeth Hagenauer
(Grüne/ Bürgerliste) schon überrascht, wie „locker
hier über Hunderttausende" gesprochen wird. Sie erinnerte
daran, dass für das Naturbad 3,3 Millionen Euro veranschlagt
waren, nun für das Freibad gebe es einen Stadtratsbeschluss
mit vier Millionen Euro. Dass nun über zusätzliche Attraktionen
von 750.000 Euro gesprochen werde, gab ihr zu denken. ,Wir brauchten
das Geld dringend für andere Dinge", meinte sie. |
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