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FREILASSING (st) - Im Wesentlichen mit Solarabsorbern
sollen die Becken und Duschen künftig im Freibad beheizt werden.
Aber auch bei längeren Schlechtwetterperioden werden die Besucher
nicht bei 18 Grad Wassertemperatur bibbern müssen. Der Stadtrat
beschloss in seiner Sitzung Montag-abend, eine Zusatzheizung einzubauen
und entschied sich für Gas. Hackschnitzel, wie mehrfach gefordert,
erschien der Mehrheit zu aufwendig. Mit der Zusatzheizung besteht
zumindest, theoretisch die Möglichkeit, das Wasser auf eine Mindesttemperatur
von 24 Grad aufzuheizen, wie es die Betreiber des Bürgerbegehrens
verlangen. Gesprochen wurde darüber aber nicht. |
Fritz Braun (FWG-Heimatliste) hat sich
bei Schwimmbädern mit Solarheizungen umgehört und festgestellt,
dass alle zuheizen müssen. „Mit Absorbern allein geht
es nicht" stellte er fest. Er wollte wissen, ob der Einsatz
einer Elektrowärmepumpe möglich wäre, die den benötigten
Strom über Fotovoltaikanlagen erhält. Überschüsse
könnte man dann noch ins Netz einspeisen und eine Vergütung
kassieren.
Fachplaner Johann Wach erwiderte, ein Elektroheizung wäre
jederzeit machbar, für Fotovoltaik fehlten aber die Flächen.
Alle vorhandenen Flächen seien bereits von den Solarabsorbern
belegt.
Von einem „ökologischen Wahnsinn' sprach Ernst Wohlschlager
(Grüne/Bürgerliste) angesichts des Umstands, dass ja mit
dem Badylon ein beheiztes Bad zur Verfügung steht. Freilassing
könne nicht bei schlechten Wetter zwei Bäder heizen. Schließlich
habe man ja vom Planer gehört, dass sich mit den Solarabsorbern
das Nichtschwimmerbecken schon am zweiten schönen Tag auf 26
Grad aufgeheizt hat und das Schwimmerbecken auf 22 Grad. Man sollte
es einmal ein Jahr allein mit den Absorbern probieren und dann weitersehen.
Max Standl (CSU) plädierte dafür, jetzt die Heizung
zu beschließen und nicht ein Jahr später mit höheren
Investitionen wieder anzufangen. Grundsätzlich meinte der Weberbauer,
er sei auch für Hackschnitzel, dort draußen passe dies
aber nicht.
Klaus Lastovka (CSU) machte deutlich dass man sich an den Bürgerentscheid
halten muss, in dem es heißt, das Freibad sei in seine bisherigen
Form zu erhalten. Deshalb müsse man zuheizen. Gas sei sehr
flexibel einsetzbar und schnell wieder zuzudrehen.
Mit 16:7 Stimmen beschloss der Stadtrat schließlich die Zusatzheizung
mit Gas.
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Das Freilassinger Freibad öffnet am morgigen
1. Mai seine Pforten für die letzte Saison in der gewohnten
Gestalt. Im September werden dann die Baumaschinen anrollen und
dem Freibad ein neues Gesicht geben. Das Sportbecken wird dann nur
mehr fünf 50-Meter-Bahnen haben, dafür wird der Nicht-schwimmerbereich
größer und attraktiver. Auf sämtliche verfügbaren
Flächen kommen leistungsstarke Solarabsorber, die umwelt-freundlich
die Wärme der Sonne einfangen und gebündelt an das Wasser
abgeben.
Was aber ist, wenn tagelang keine Sonne scheint und damit auch
die Wärme ausbleibt? Dann kann der Bademeister künftig
den Gashahn aufdrehen. Mit der Entscheidung dafür folgte der
Stadtrat einer Empfehlung des Planers Johann Wach. Er hatte 13 Varianten
für eine Zusatzheizung untersucht, darunter eine Elektro-Wärmepumpe
und auch ein Hackschnitzel-Heizwerk. Von den Baukosten her liegen
die in Frage kommenden Möglichkeiten nicht weit auseinander,
erläuterte der Fachplaner nun im Stadtrat. Eine Gasheizung
sei aber am flexibelsten und am leichtesten zu bedienen.
Er würde auch ein Hackschnitzelwerk gerne planen, meinte er,
riet aber davon ab. Es wäre personalaufwendig und könnte
nur auf maximal ein Viertel Leistung heruntergeregelt werden, auch
wenn der Bedarf für die Zusatzheizung gar nicht so groß
ist. |
Beim Gas hingegen müsse man einfach auf- oder
zudrehen. Für rund 45.000 Euro bekäme man die Leitung
bis zum Freibad. Der Anschluss an die Erdgasleitung würde etwa
beim Gasthof Moosleitner erfolgen. Die Gaslösung wäre
auch sehr komfortabel beim Duschwasser.
Die CSU-Meinung tat Fraktionssprecher Dieter Moosleitner in aller
Kürze kund: „Wir sollten uns die Zusatzheizung leisten,
Gas ist die vernünftigste Lösung." Das sahen vor
allem aus ökologischen Gründen nicht alle seine Stadtratskollegen
so. Frank Grünberg (SPD) überlegte laut, ob nicht vorläufig
noch die bestehende Ölheizung in der Übergangszeit und
bei Schlechtwetter-perioden eingesetzt werden könnte, um erst
mal zu sehen, wie sich die Solarabsorber bewähren. Die gesammelten
Erfahrungen würden dann zeigen, ob man noch eine Zusatzheizung
braucht.
Technisch wäre dies schon möglich, erklärte technischer
Werkleiter Johann Standl, auch zuständig fürs Freibad.
Allerdings laufe der Kessel jetzt seit 1971 und sei längst
nicht mehr auf dem technisch erforderlichen Stand. Nur im Hinblick
auf die bevorstehende Sanierung habe man in den letzten Jahren eine
Fristverlängerung für den Betrieb bekommen. Man sollte
es mal ein Jahr probieren, meinte SPD-Sprecher Michael Hangl. Im
Übrigen wären Hackschnitzel auf Dauer günstiger als
Erdgas. Sein Fraktionskollege Helmut Fürle erinnerte an den
Kreistagsbeschluss, bis 2030 energieautark sein zu wollen. „Jetzt
setzen wir schon wieder auf Gas. Das unterminiert unser zukünftiges
Energiekonzept."
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