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Das Wasser im Nichtschwimmerbecken ist bereits abgelassen, aber so
richtig beginnen sollen die Arbeiten jetzt diese Woche. Foto: Schlosser
FREILASSING (st) - Es war eine schwierige Aufgabe, der sich
die Freibad-Planer Hans Romstatter und Johann Wach in der Sitzung
des Stadtrates Montagabend stellten. Sie mussten dem Gremium plausibel
machen, dass die Sanierung gut eine halbe Million Euro mehr verschlingt
als in der Kostenschätzung dargelegt. Das ist das Ergebnis der
nun vorliegenden Detailplanung beziehungsweise der Ausschreibung,
die nach Angaben der Planer jetzt zu 82 Prozent abgeschlossen ist.
Um nicht auf wesentliche Attraktionen verzichten zu müssen, schluckten
die Stadträte letztlich mehrheitlich die Kröte, nicht ohne
die für den Bad- und Technikbereich zuständigen Architekten
vorher kräftig abgewatscht zu haben. Diese verteidigten sich
mit dem Hinweis, dass eine Kostenschätzung aufgrund einer Grobplanung
niemals verbindlich sein könne und Schwankungen um bis zu 30
Prozent vorkommen könnten. In diesem Fall ergibt sich nun eine
Kostenmehrung von rund zwölf Prozent. Im Rahmen der Ausschreibung
hatte die Firma Max Aicher ein Alternativangebot mit einem Pauschalbetrag
als Generalunternehmer vorgelegt. Es darf aber nach Angaben der Verwaltung
aufgrund der Vergaberichtlinien des Baurechts (VOB) bei den Vergaben
der Einzeigewerke nicht berücksichtigt werden. |
„Nur Schimpfen bringt' uns nicht
weiter", erklärte FWG-Sprecher Fritz Braun. Vielmehr sollte
man sich Gedanken machen, was nun zu tun ist. „Was würde
wohl der Bürger sagen, wenn wir jetzt den Vertrag kündigen
und die Planer auszahlen?" Die vorliegende Planung sei toll
und modern und entspreche den neuesten Gesichtspunkten des Bäderangebots.
Das Nebenangebot (Aicher) hätte dagegen eine reine Renovierung
des Bestands bedeutet. In der Detailplanung habe sich nun eben eine
Kostensteigerung von zwölf Prozent ergeben. Deshalb den Planem
gleich das Vertrauen zu entziehen, erschien Braun nicht gerechtfertigt.
Architekt Hans Romstätter nahm die Kritik zur Kenntnis und
räumte ein, vielleicht nicht deutlich genug gemacht zu haben,
dass es sich bei den einzelnen Kostenbausteinen um Schätzungen
gehandelt habe. „Wir sind kein General-untemehmen, das für
einen Festpreis arbeitet, sondern auf den Markt angewiesen."
Man habe beispielsweise gehofft, einen besseren Preis für die
Alu-Becken zu erhalten, doch sei dies leider nicht der Fall gewesen.
Der für die Badetechnik zuständige Planer Johann Wach
ergänzte, eine Abweichung um zwölf Prozent sei nichts
Ungewöhnliches. Die Angebote im Rahmen der Ausschreibung lägen
um bis zu 25 Prozent auseinander. Eingangs hatte Bürgermeister
Josef Flatscher erklärt, die Kostengrenze von 4,7 Millionen
Euro habe man bewusst als Herausforderung für die Planer gesehen.
Vielleicht sei aber nicht genug dargestellt worden, dass geschätzte
Kosten Schwankungen unterliegen können. „Wir stehen für
ein gutes Bad ein, mit dem sich die Besucher identifizieren können,
in dem sie sich wohlfühlen. Wir wollen ein zukunftsfähiges,
attraktives Bad mit modernster Technik zur Verfügung stellen."
Mit 15:8 Stimmen segneten die Stadträte letztlich die Kostensteigerung
ab. Damit schlägt die Sanierung des Freibads nun mit 5.256.000
Euro zu Buche, wobei noch kleinere Schwankungen aufgrund der noch
ausstehenden Ausschreibungen möglich sind.
Mit diesem Ja des Stadtrats können nun die Bauarbeiten richtig
beginnen. „Wir sind im Zeitplan", erklärte Hans
Romstätter und hofft auf einen milden Winter. Dann kann das
Bad pünktlich zur neuen Saison im Frühjahr eröffnet
werden.
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Vier Millionen Euro wollte die Stadt ursprünglich
für die Sanierung beziehungsweise den teilweisen Neubau des
Freibads ausgeben. Später haben die Stadträte dann nach
hitzigen Debatten noch einmal rund 700.000 Euro drauf gesattelt
für zusätzliche Attraktionen und einen vergrößerten
Nichtschwimmerbereich. Mit diesen insgesamt 4,7 Millionen Euro schien
den Ratsmitgliedern das Ende der Fahnenstange erreicht. Umso mehr
stieß der Umstand auf Unverständnis, dass sie nun noch
einmal 556.000 Euro locker machen sollten.
Es ginge auch im vorgegebenen Kostenrahmen, ohne bei der Qualität
der technischen Einbauten Einbußen hinnehmen zu müssen.
Dann müsste man aber auf verschiedene Attraktionen und ökologisch
sinnvolle Maßnahme verzichten wie etwa die 132.000 Euro teure
Breitrutsche oder Sonnenkollektoren für warmes Duschwasser. |
„Sie sagten, mit 4,7 Millionen Euro bauen Sie
uns ein schönes Bad", wandte sich CSU-Sprecher Klaus Lastovka
an die Planer. „Das war für uns ein Festpreis. Nun fühlen
wir uns aufs Eis geführt, denn so hätten wir dieses Bad
wohl nicht beschlossen", mäkelte er.
In dieselbe Kerbe hieb sein SPD-Kollege Frank Grünberg. „Wir
haben um 700.000 Euro zusätzliche Attraktionen gekauft. Wenn
wir die jetzt um 500.000 Euro abspecken, bleibt nicht mehr viel
übrig", sagte er und legte nach: „Auch die vier
Millionen Euro für die Grundsanierung hätten niemals gelangt.
Das war völlig falsch geplant." Nicht viel anders sah
dies Bernhard Schmähl (Grüne/Bürgerliste): „Für
mich ist das Vertrauen in die Planung, was die Kostenkalkulation
betrifft, weg." Er glaubte auch nicht, dass dies schon das
Ende der Fahnenstange ist. „Jetzt ist ein Punkt erreicht,
wo ein Ende mit Schrecken besser ist als ein Schrecken ohne Ende",
stellte er die Möglichkeit der Kündigung des Vertrags
in den Raum. |
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