| Leserbrief: zum Artikel: Halbe Million mehr fliest in
das Freibad vom 24.9.2008
Hat die Stadt Freilassing wirklich die Spendierhosen an ?
Beinahe jede Partei propagiert im Wahlkampf die aktive Bürgerbeteiligung.
In Freilassing ist davon leider wenig zu spüren. Zuerst planen
und beschliessen Verwaltung und Stadtrat in nicht-öffentlicher
Sitzung ein „naturbad“, das von den Bürgern in
einem Bürgerentscheid mit 81% strikt abgelehnt wird, die Bürger
wollten ein saniertes und modernisiertes konventionelles Bad. Dann
befragt der Bürgerarbeitskreis Freibad-Freilassing über
920 Badegäste um ihre speziellen Wünsche und Anregungen
zur Badsanierung. Die Planer schlagen jedoch ein auf vier Bahnen
reduziertes Bad mit stark erweiterten und teueren Kinder Attraktionen
vor, die in diesem Ausmaß so gar nicht von den Bürgern
gewünscht wurden.
Aus Kostengründen wurde die bisherigen acht Schwimmbahnen
auf fünf reduziert. Mit allen Attraktionen sollte es nun 4,7
Millionen kosten, Geld für eine 6.Bahn war man nicht Willens
auszugeben.
Vor drei Monaten sollte das Technik Gebäude um 70.000 erweitert
werden, am Montag hören wir in der Stadtratssitzung, das sei
nun nicht mehr notwendig, aber das ganze Bad koste nun 560.000 mehr,
es sein denn, der Stadtrat stimmt einer schmerzlichen Streichliste
zu.
Was wird das Bad dann wirklich kosten?
Ein Angebot eines ortsansässigen Unternehmers zur Sanierung
des Bades um 500.000 Euro weniger wird nicht genügend dargestellt,
diskutiert und gewürdigt, jedenfalls wurde es in der Stadtratssitzung
nur in einem Halbsatz erwähnt.
Wir Bürger erfahren keine Details. Hat die Stadt wirklich
die Spendierhosen an, wie es einer der Planer wünschte ? Fehlt
uns dann die eine Million Euro Differenz woanders, bei der Straßensanierung,
Kindertagesplätzen, Energiesparmassnahmen, etc. ? Bei diesen
gravierenden Mehrkosten einerseits und einer evtl. günstigen
Lösung andererseits sollten doch mehr die Steuerzahler gefragt
werden, denn das Steuersäckl wird von uns Bürgern gefüttert.
Leider klaffen auch hier wieder Wort und Tat, Anspruch und Wirklichkeit
meilenweit auseinander. Denn Demokratie lebt nicht nur davon, dass
wir alle sechs Jahre mit einem Kreuzl wählen dürfen, sonder
auch davon, dass wir uns aktiv an der aktuellen Politik beteiligen
können. In Freilassing leider wieder ein verpaßte Chance.
Hermann Schubotz, Freilassing
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