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Freilassing (rgz). Der Freilassinger
Stadtrat muss am Montagabend Nägel mit Köpfen machen und
sich entscheiden, wie das sanierte Freibad in Brodhausen einmal aussehen
soll. Dabei gibt es im Vorfeld eine deutliche Meinungsverschiedenheit
zwischen zwei Agenda-Arbeitskreisen, die sich mit dem Thema befasst
haben und dem Stadtrat Empfehlungen aussprechen. Der Vorsitzende des
Arbeitskreises Energie, Hermann Schubotz, wurde sogar abgewählt
und durch Wolfgang Wagner ersetzt. |
Auch über die Anzahl der Bahnen
im Schwimmerbecken sind sich die Arbeitskreise nicht einig. Während
eine Mehrheit des Arbeitskreises Energie für fünf Bahnen
plädiert, weil man mit 40 Quadratmetern Sonnenkollektoren nicht
mehr Wasserfläche erwärmen könne, meint der Agenda-arbeitskreis
„Freibad": „Weder im Bürgerentscheid noch
in den Umfragen wurde eine Reduzierung des Schwimmer-beckens vorgeschlagen
oder den Planern als Vorgabe seitens der Stadt gegeben." Deshalb
müsse die Gestaltung des Schwimmer-beckens den gesetzlichen
Auflagen für Schwimm-wettbewerbe entsprechen und auch Startblöcke
und Wendeplatten haben.
Maximal könnte man aus ökonomischen Gründen einer
Reduzierung des Sportbeckens von acht auf sechs Bahnen zustimmen.
„Da sieht man mal, wie verschieden die Bürger denken",
kommentiert Bürgermeister Josef Flatscher die Meinungsverschiedenheit.
Der Stadtrat werde sich am Montagabend seine eigene Meinung bilden
müssen und auch diese werde nicht ganz einheitlich sein. Er,
Flatscher, wolle auf jeden Fall ein familienfreundliches Bad mit
einem attraktiven Nichtschwimmerbereich und soviel Beheizung durch
die Sonne wie möglich. „Das wird ein Freibad, keine Therme.
Aber ein Zuheizen wird trotzdem nötig sein." Auch gegen
eine fünfte oder eine sechste Bahn habe er nichts, sagt Flatscher.
„Wichtig ist mir vor allem, dass die Relationen stimmen." |
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Wagner und Schubotz widersprechen sich in wichtigen
Punkten, vor allem in der Frage, wie denn das Bad einmal beheizt
werden soll. Einig sind sich die beiden lediglich darin, dass keine
fossilen Brennstoffe verwendet werden dürfen.
Schubotz findet im Arbeits-kreis Energie für seine Vorschläge
keine Mehrheiten mehr. Während die Mehrheit des Arbeits-kreises
für Sonnenkollektoren plädiert und in diesem Zusammenhang
den Besuchern des Freibades auch „Komforteinbußen"
zumuten will - 22 Grad Wassertemperatur könnten nicht garantiert
werden, spricht sich der Bürgerarbeitskreis Freibad Freilassing
für die Beheizung des Wassers mit einem kleinen Blockheizkraftwerk
auf bis zu 27 Grad aus. Dieses Heizkraftwerk sollte mobil stationiert
sein und könnte im Winter im Fernheizwerk eingesetzt werden.
Grundlage des Bürgerentscheids, so die Begründung, sei
die Forderung nach Wassertemperaturen von 24 Grad im Schwimmerbecken
und von 27 Grad im Nichtschwimmerbecken gewesen. Der Wunsch nach
einem beheizten Bad ziehe sich wie ein roter Faden durch die gesamten
Antworten auf die ausgesandten Fragebögen.
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Hermann Schubotz gehört beiden Arbeitskreisen
an. Er spricht sich für ein Blockheizkraftwerk aus. Bis letzte
Woche war er sogar Vorsitzender des Arbeitskreises Energie. Und
wurde überraschend in dessen jüngster Sitzung abgewählt,
weil sich die Mitglieder dieses Arbeitskreises für „bevormundet"
hielten.
Schubotz reagiert auf seine Abwahl mit Unverständnis: „Der
erhobene Vorwurf der Bevormundung ist einfach lächerlich: Wir
haben ein Papier in der Sitzung nicht fertig diskutiert, und es
ist üblich, diesem per E-Mail die endgültige Form zu geben,
um sich nicht wieder treffen zu müssen", verteidigt Schubotz
sein Vorgehen und fügt an: „Wieso sich andere bevormundet
fühlen, wenn sie gar nicht den Mund aufmachen, ist mir schleierhaft."
Ansonsten beteuerte der abgewählte Vorsitzende, er nehme
das sportlich, „die Mehrheit der Mitglieder wollte einen anderen
Vorstand, wir müssen nun nach vorne schauen und die Bürger
für die Energiefrage interessieren. Ich werde auf jeden Fall
aktiv und engagiert weiter an den Zielen des Energie-Arbeitskreises
mitarbeiten."
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