| |
FREILASSING (st) - Im Großen
und Ganzen gut gelungen ist das neue Freibad aus Sicht der Bäderverwaltung.
Dies bestätigte Werkleiter Johann Standl den Stadträten
in einem Erfahrungs-bericht über die erste Saison. Auch die Besucher
beurteilten demnach die Anlage weit überwiegend positiv. Einige
aufgetretene Mängel werden noch beseitigt, versprach Standl.
Aufgrund der Bauarbeiten begann die Badesaison erst am 31. Mai.
Gleich am ersten Tag zählte das Freibad 289 Besucher. Im Juni
plantschten und schwammen 11.473 Personen in den Becken, im Juli
26.693, im August 37.916 und dann bis zum 13. September, dem letzten
Badetag, 3.809. Bei Letzteren handelte es sich Standl zufolge hauptsächlich
um Jahreskartenbesitzer. Ansonsten sei das Freibad im September
erfahrungsgemäß wenig frequentiert.
Laut Standl konnten die auf den Haupt- und Technik-gebäuden
angebrachten Absorbermatten einen großen Teil der benötigten
Wärme erzeugen. Allerdings habe es noch einige Mängel
in der Steuerung bei der Umschaltung von Gas auf Solar gegeben,
weshalb der optimale Wirkungsgrad nicht erzielt werden konnte. Dass
sich die Matten von den Dächern lösten, ist ein weiterer
Mangel, den die Herstellerfirma beheben wird.
Durch den Einsatz der Solartechnik sind die Heizkosten jedenfalls
stark zurückgegangen. Mussten im vergangenen Jahr noch rund
53.000 Euro bezahlt werden, so waren es heuer nur etwa 17.500 Euro.
Für das Duschwasser ist am Dach des Hauptgebäudes zusätzlich
eine Solaranlage installiert worden, die von der KfW-Bank mit 13.500
Euro gefördert wurde. Im Juli und August lieferte die Sonne
fast die gesamte benötigte Energie für das Aufheizen des
Duschwassers. Bei schlechtem Wetter wurde mit Gas zugeheizt, wobei
Standl passen musste bei der Frage nach der Laufzeit des Brenners.
Er war heuer noch nicht im Netzwerk involviert.
Ermittelt werden konnte aber der Duschwasserverbrauch, der für
die dreieinhalb Monate Öffnungszeit mit 245 Kubikmetern sehr
hoch ist. „Das zeigt, dass viele Badegäste die kostenlose
Warmwasserdusche gut annehmen", schloss der Werkleiter daraus.
Insgesamt wurden für das Freibad 14.970 Kubikmeter Wasser benötigt
und damit etwa 7.000 Kubikmeter weniger als im Jahr davor. Johann
Standl führte dies vor allem auf die verkürzte Badezeit
zurück. |

Die Solarabsorber lösten sich von den Dächern und müssen
nachgebessert werden. Foto: Edthaler
|
|
| |
„Wir als Personal des Freibads sind mit der
Anlage zufrieden", fasste Standl zusammen. Mängel seien
den verantwortlichen Firmen mitgeteilt worden.
Probleme bereiteten auch das Kletternetz und die Wasserwippe, die
jedoch von den jeweiligen Firmen nächstes Jahr behoben würden.
Die abgelösten Absorbermatten seien bereits nachgebessert worden,
müssten jedoch noch einmal überarbeitet werden. Wichtig
ist natürlich in erster Linie, wie die Besucher das Bad beurteilen.
Auch hier hat die Bäderverwaltung Daten gesammelt.
Als positiv bewerteten die Gäste die großflächige
und schöne Anlage, das Nichtschwimmerbecken mit seinen Attraktionen,
den Kleinkinderbereich mit Matschplatz, den einladenden und schönen
Restaurantbereich sowie die Sitz- und Liegemöglichkeiten im
Beckenbereich. Auch die Familienfreundlichkeit wird gelobt.
Als negativ bewerteten die Besucher den Umstand, dass sich die
Duschen im Hauptgebäude befinden, es gebe Zugluft und Einsicht
durch Spiegel. Auch der Teerbelag bei den Umkleiden missfiel manchem.
Schließlich wird auch noch eine zu geringe Anzahl an Umkleiden
bemängelt. Hier merkte Standl allerdings an, dass sie im Normalfall
ausreichen und es nur in Stoßzeiten zu Engpässen komme.
Über die Einnahmen informierte Stadtkämmerer Werner
Hafner. 152.000 Euro gingen trotz der verkürzten Saison ein,
im „Jahrhundertsommer 2003" waren es 120.000 Euro. Die
guten Einnahmen heuer führte Hafner zum einen auf die erhöhten
Eintrittspreise zurück, zum anderen auf die Neugierde, was
das neue Bad alles bietet. Eine relativ geringe Rolle spielen laut
Hafner die Zeitkarten. Mehr als 110.000 Euro der Einnahmen resultierten
aus Einzeleintritten. |
Ludwig Unterreiner (FWG-Heimatliste) wollte wissen,
ob die aufgetretenen Mängel auf Kosten der beteiligten Firmen
beseitigt werden. Dies bejahte Standl. Grundsätzlich meinte
Unterreiner, dass man mit den Zahlen bei dem Wetter heuer mehr als
zufrieden sein könne. „Das Bad ist ein Erfolg",
betonte er.
Bürgermeister Josef Flatscher sah es als besonders positiv
an, dass die Sonne über die Absorbermatten und die Solaranlage
einen großen Teil der benötigten Energie lieferte. Grundsätzlich
werde das neue Freibad fast durch die Bank sehr gelobt.
Ernst Wohlschlager (Grüne/Bürgerliste) waren die relativ
hohen Heizkosten bei wenig Besuchern speziell im September aufgefallen.
Er stellte die Frage in den Raum, ob man nicht bei einer andauernden
Schlechtwetterperiode zusperren sollte, um Betriebskosten zu sparen.
Bürgermeister Josef Flatscher verwies darauf, dass es ja ohnehin
eine Schlechtwetter-regelung gebe.
Wie Johann Standl ergänzte, kam diese heuer kaum zur Anwendung,
weil immer Handwerker im Bad waren. Da das Personal deshalb ohnehin
auch da war, ließ man das Bad auf. Grundsätzlich sah
er kaum Potenzial für Energieeinsparung, denn wenn das Wasser
immer wieder neu erwärmt werden müsste, sei der Aufwand
unter Umständen höher als bei einer durchgehenden Heizung. |
|