Freilassinger Anzeiger vom 13. März 2010
Horst Seehofer findet neues Konfliktfeld
Bayerns Regierungschef kündigt harten Kurs gegen Kürzung der Solarförderung an
  München (dpa) - Der Berliner Koalition droht nach der Kürzung der Solarförderung ein neues Konfliktfeld in der Umweltpolitik: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will die vom Bundeskabinett bereits beschlossene Senkung der Zuschüsse für die Sonnenenergie wieder ändern.

Der Protest hat einen Grund:
Bayern ist Photovoltaik-Spitzenreiter in Deutschland knapp die Hälfte aller installierten Sonnen-Energie-Anlagen Deutschlands steht im Freistaat. Nach Angaben der Grünen hängen gut 10.000 Arbeitsplätze in Bayern an der Solar- energie. Grund für die Kürzung der Förderung ist ein anhaltender Boom in der Branche: Allein 2009 wurden deutschlandweit neue Anlagen mit einer Leistung von 3500 Megawatt installiert, ein beträchtlicher Teil davon in Bayern.

Die Staatsregierung will einerseits weniger drastische Kürzungen für Solardächer, andererseits das Aus für die Förderung von Solaranlagen auf Feldern rückgängig machen. Argument der Gegner des Sonnenstroms vom Acker ist vor allem, dass die Landschaft verschandelt wird.

 
  Die Kürzungen seien zu hoch, setzten die falschen Schwerpunkte und engten Innovationspotenziale ein, kritisierte Seehofer am Freitag nach einem Treffen mit Vertretern der Sonnenenergie-Branche in der Münchner Staatskanzlei. Die Pläne der Bundesregierung hätten für Bayern als »Solarland Nummer eins« nicht hinnehmbare Konsequenzen. Auch die bayerische FDP rebelliert: Vor allem die beschlossene Streichung der Zuschüsse für Solaranlagen auf Äckern gehe »entschieden zu weit«, kritisierte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP).

Seehofer argumentiert, dass für den Freistaat die Unterstützung der regenerativen Energien eine »zentrale Leitentscheidung für Wohlstand, Lebensqualität und Beschäftigung« sei.

Die Berliner Koalition will zum 1. Juli die Subventionen für den Sonnenstrom stark kürzen. Für neue Solardächer gibt es künftig weitere 16 Prozent weniger Zuschuss als bisher. Nach einer Kürzung bereits zum Jahresanfang verringert sich die Förderung damit im Vergleich zu 2009 um insgesamt ein Viertel auf 33 Cent pro Kilowattstunde. Solaranlagen auf Äckern sollen bis auf Ausnahmen künftig gar nicht mehr gefördert werden.

 
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