Freilassinger Anzeiger vom 1.September 2010
Pfarrhof St. Andreas in Teisendorf  wurde zur Schiffswerft für Solarboote verwendet
Kinder basteln Solarboote im Ferienprogramm der Marktgemeinde Teisendorf

Teisendorf (schu) Neu im Teisendorfer Ferienprogramm hat der Photovoltaik-Berater Hermann Schubotz von der Solarinitiative BGL einen Solarbastelkurs für Kinder angeboten. 27 Buben und Mädchen trafen sich im Hof des Pfarrheims und bauten mit Unterstützung vom Bund Naturschutz beim schönstem Sonnenschein die Werkbänke einer Tagesbaustelle für Solarboote auf.

Die jungen Bootsbauer und konnten erkennen, dass die kostenlos zur Verfügung stehende saubere Energie aus der Sonne in brauchbares Spielzeug umgesetzt werden kann. Die fertigen Solarboote aus einer Fischdose und Karton bestanden ihren Tauglichkeitstest im kleinen Planschbecken, indem sie ohne fremde Hilfe ihre Runden fuhren, allein mit der Kraft aus dem Sonnenlicht. Die Energie strömte aus einer kleinen Photovoltaikzelle, die mit dem erzeugten Strom einen kleinen Elektromotor antrieb.

Stolz zeigen die Kinder des Solarbastelkurses der Solarinitiative BGL im Ferienprogramm ihre Boote aus einer Fischdose, Gurkenkarton, Strohhalmen und Solarzelle mit Solarmotor. Diese wurden vorher im Planschbecken auf ihre Wassertauglichkeit getestet. Bei guten Lichtverhältnissen drehten sie ihre Runden. Fotos: Hermann Schubotz


Nach der Einführung durch den Kursleiter Hermann Schubotz hatten die Kinder viel Spaß beim Basteln ihrer Solarboote Unter heimischer Sonne empfahl der Kursleiter mit seinem Helfer von der Ortsgruppe des Bund Naturschutz die benötigten Teile ganz im Stil eines Ingenieurs nach den vorgelegten Bauplan erst mit dem Geodreieck auszumessen und anzuzeichnen und erst danach das Material aus Gurkenkarton mit der Schere sauber auszuschneiden. Das Werk sollte gerade ausgerichtet und ordentlich verarbeitet werden, denn die Solarboote sollte eine Weile in Funktion bleiben und auch den Erbauern ein verdientes Lob der Familien einbringen.

Zunächst zeichneten die jungen Solarbauer die Abdeckung für die mitgebrachte leere Fischdose an, schnitten sie fachgerecht aus uns klebten den Deckel mit einer Heissklebepistole auf der Dose fest und verschlossen sie damit wieder. Somit entstand ein wasserdichter und schwimmfähiger Bootskörper. Für diesen Rumpf bastelten die Kinder zwei aus mehreren Teilen bestehende Halterungen für die Photovoltaik Zelle und den Solarmotor und klebten sie dann gerade ausgerichtet auf der Fischdose fest.
Immer wieder wurden die vorgelegten Musterteile untersucht, damit die Ständer und Stabilisatoren an der richtigen Seite der Halterung angeklebt wurden und nach ordentlicher Facharbeit aussahen. Die mitgelieferten Strohhalme wurden genau in der Mitte durchgeschnitten und der roten Antriebspropeller mit Klebe und Geschick an einem Ende festgeklebt. Den kleinen über 20 Gramm schweren Elektromotor Motor klebten die jungen Schiffsbauer auf die Halterung und achten darauf, das er nicht am Bootsrand schrammte und damit die Antriebsenergie verloren ging. Solange die Klebe noch weich war, konnte der Motor noch ausgerichtet werden, damit das Solarboot später auch möglichst gerade fuhr.


Aus Sicherheitsgründen lötete der Kursleiter Hermann Schubotz selbst die leicht zerbrechlichen Solarzellen an den beiden Drähten des Motors fest und befestigte diese Zelle nun auf der Halterung. Das einfallende Sonnenlicht erweckte die Teisendorfer Solarboote sofort zum Leben.
Der Stromfluß von der Solarzelle zum Motor funktionierte, die Schraube drehte sich in der Luft. Schnell erkannten die Solarbastler, dass das einfallende Sonnenlicht die Photovoltaikzelle anregte, Strom zu erzeugen und dieser den kleinen Motor antrieb. Nun ging es im Eilschritt zum Planschbecken, um die Boote in ihrer eigentlichen Funktion zu testen. Alle Boote bestanden den Wassertest und zwängten sich in dem zu kleinen Planschbecken.

Die jungen Solarbastler aus Teisendorf konnten auf praktische Art erleben, wie man die kostenlose Sonnenenergie auch im täglichen Leben wie hier beim Basteln von Spielzeug nutzbar machen kann. In der Pause zeigte Hermann Schubotz den Kindern Bilder von einer Überquerung des Atlantiks mit einem Solarkatamaran namens Sun21 im Jahre 2007. Das 12 Tonnen schwere und 8 kWp starke Solarschiff aus der Schweiz benötigte für die Strecke Spanien-Karibik etwas zwei Monate und wurde dann in New York zum Ende der Tour vom Bürgermeister und der Bevölkerung freudigst begrüsst. Weitere Informationen zu Solarbastelkursen und mehr Fotos sind demnächst auf der Internetseite www.solarbasteln.de zu finden. -schu-

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