| Stopft sich die Salzburg AG die Taschen voll?
Zum Leserbrief von Ernst Wohlschlager
Die Salzburg AG ist eine Aktiengesellschaft. Spätestens nach
der Spar-Klausur der Bundesregierung an diesem Wochenende, wenn
angedacht wird, die Sozialversicherungsbeiträge, Steuern und
sonst was zu erhöhen, wird auch der einfache Bürger wissen,
dass Aktiengesellschaften, Banken und Hedgefonds auf dem Weg zum
maximalen Gewinn bereit sind jegliche Moral und Charakter wie auch
soziales Gewissen über Bord zu werfen. Vor kurzem war in einer
überregionalen Zeitung zu lesen, dass ein Pförtner des
wohl größten deutschen Elektrokonzerns in manchen Jahren
mehr Steuern in Deutschland zahlt als sein Arbeitgeber.
Keine Aktiengesellschaft dieser Welt wird jemals wissentlich ein
Geschäft einfädeln von dem keine Gewinne zu erwarten sind.
Dies wäre Veruntreuung gegenüber den Aktionären.
Ohnehin hat Herr Wohlschlager ja zum Besten gegeben, dass planmäßig
spätestens nach fünf Jahren der Netzausbau abgeschlossen
sein soll. Spätestens dann werden Gewinne ausgeschüttet
werden. Und zwar an die Gesellschafter. Dies ist übrigens ein
völlig normaler Vorgang. Die Salzburg AG hat nach Pressemeldungen
des ORF im Jahr 2009 einen Gewinn von 33 Millionen Euro erzielt.
Davon gingen über 15 Millionen an Stadt und Land Salzburg denen
ca. 74 Prozent der Anteile gehören. Die Stadtwerke München
erlösten im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn von knapp
400 Millionen, davon gingen 250 Millionen Euro an die Stadt als
alleiniger Eigentümer.
Gibt es für das Freilassinger Projekt nach der Haushaltssperre
überhaupt noch Fördermittel und wenn ja - welche? Gibt
es diese nicht, brauchen Bürgermeister und mehrheitlicher Stadtrat
keine Angst haben. Sie müssen nicht untertauchen, denn im Gegensatz
zum Subventionsbetrug ist die „politische Lüge“
nicht strafbar. Leider. Denn von diesen gab und gibt es in dieser
Auseinandersetzung seitens der Befürworter eine große
Zahl. Stellvertretend für die übrigen „Argumente“
der Befürworter mag der Bürger das Eingeständnis
eines Stadtrates sehen, wonach seit jeher klar war, dass die benötigten
Mengen an Hackschnitzel auf keinen Fall in der näheren Region
geerntet werden können.
Wolfgang Wagner, Freilassing
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