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Im Laufe eines Erdenumlaufs um die Sonne (ein Jahr)
wird die Erde auf Grund der Neigung der Äquatorebene zur Erdbahnebene
(etwa 23,5°) in unterschiedlicher Weise beschienen. Dies betrifft
sowohl die Dauer (Länge des Tages) als auch die Winkel, in denen
die Erde vom Sonnenlicht bestrahlt wird. Während der Zeit
zwischen März-Tagundnachtgleiche und September-Tagundnachtgleiche
ist die Nordhalbkugel der Sonne zugeneigt, so dass die Sonne für
einen auf gemäßigten nördlichen Breiten befindlichen
Beobachter im Zuge ihrer scheinbaren täglichen Bewegung einen
hohen Bogen durchläuft. Bei hoch stehender Sonne trifft aber
die Sonnenstrahlung steil auf die Erdoberfläche und liefert
einen relativ hohen Energieeintrag pro Fläche. Außerdem
liegt der größere Teil der täglich durchlaufenen
Sonnenbahn oberhalb des Horizonts, so dass die Tage lang sind und
viel Zeit für den Energieeintrag zur Verfügung steht.
Der erhöhte Energieeintrag bewirkt in diesem Zeitraum eine
Erwärmung der nördlichen Erdhalbkugel.
Befindet sich die Erde ein halbes Jahr später am gegenüberliegenden
Punkt ihrer Bahn, so ist die Nordhalbkugel – wegen der relativ
(siehe Präzession) raumfesten Lage der Erdachse – der
Sonne abgeneigt. Für einen Beobachter auf der Nordhalbkugel
ergibt sich eine niedrig verlaufende tägliche Sonnenbahn. Steht
die Sonne tief, so trifft die Sonnenstrahlung flach auf die Erdoberfläche,
so dass sie sich auf eine größere Fläche verteilt
und ein geringerer Energieeintrag erfolgt. Außerdem liegt
nur der kleinere Teil der täglichen Sonnenbahn oberhalb des
Horizonts, so dass der Energieeintrag nur immer für eine kurze
Zeitspanne erfolgen kann. Die Folge ist eine Abkühlung der
nördlichen Erd-Halbkugel.
Wegen der thermischen Trägheit der Erde folgen Erwärmung
und Abkühlung den Höchst- und Tiefstständen der Sonne
mit einer Verzögerung von ein bis zwei Monaten. Die unterschiedlichen
Sonnenbahnen haben in höheren geografischen Breiten die größte
Auswirkung (Polarnacht), zum Äquator hin werden die jahreszeitlichen
Unterschiede geringer.
Auf der Süd- und der Nordhalbkugel der Erde herrschen jeweils
die Entgegen gesetzten Jahreszeiten: Ist im Süden Sommer, so
herrscht auf der Nordhalbkugel Winter, und umgekehrt. In tropischen
und subtropischen Gebieten unterscheidet man stattdessen zwischen
Regen- und Trockenzeit. In den Tropen gibt es zwei Regenzeiten pro
Jahr, die sich jedoch mit zunehmender geografischer Breite zu einer
einzelnen, zweigipfeligen und schließlich in den Subtropen
zu einer eingipfeligen Regenzeit wandeln.
Der im Jahresverlauf leicht veränderliche Abstand der Erde
von der Sonne ist nicht die Ursache für die Jahreszeiten. Er
macht lediglich die Südwinter etwas strenger und die Nordwinter
etwas milder als sie bei kreisförmiger Erdbahn wären.
Die Erde ist nämlich im Nordwinter an ihrem sonnennächsten
Punkt (Perihel, ca. 3. Januar), während sie im Südwinter
etwas weiter von der Sonne entfernt ist (Aphel, ca. 5. Juli). Stattdessen
liegt der Grund für die Jahreszeiten im Winkel und der Dauer
der Sonneneinstrahlung. Für Mitteldeutschland (geographische
Breite 50°) beträgt der Winkel im Sommer 63,5° und
die Sonnenscheindauer 16-17 Stunden, im Winter sind es hingegen
7-8 Stunden bei einem Winkel von 16,5°.
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